Slam Poetry – Poetry Slam

 

Nachdem die Schülerinnen und Schüler der 3C die unkonventionelle Art des Vortrags selbst verfasster Texte kennengelernt hatten, gingen sie selbst ans Werk und trugen vor Publikum, vor ihren Klassenkolleg*innen, ihre leidenschaftlichen Statements zum Thema Rassismus und Diskriminierung vor.

Alle “Aufführungen” – Performances – rissen mit. Die jungen Kreativen hatten sehr viel zu sagen. Alle erhielten heftigen Applaus für die Darbietungen, eine Mitschülerin ein bisschen mehr.

Ihr Text sowie zwei weitere sind hier nachzulesen. Anzumerken ist jedoch, dass die Präsentation bei dieser Art des Dichtens mindestens genauso wichtig ist wie der Inhalt.

Die folgenden Texte sollen aber stellvertretend für die anderen stehen, deren Verfasser*innen sich (noch) nicht an die Öffentlichkeit wagen. Vielleicht nach dem zweiten Poetry Slam der 3C?

 

Rassismus.

Rassismus ist ein Wort, das weg muss aus unsrem Sprachgebrauch,

es soll sein kein Sticker auf ´nem Zaun,

wo Tausende drauf schaun

und dann ein paar Sekunden später

mobben sie wieder den Peter,

wegen Farbe und Rasse
oder auch Status und Klasse.
Das ist ´ne häufige Sache.
Die Gesichter des Rassismus stecken in jedermanns Alltag.
Von Kontrollen auf der Straße, bis Politikern wie Strache und es geht weiter.
Polizeigewalt.
Herzen schwarz und bitterkalt.
Es knallt Knie auf ´m Hals.
I can´t breathe, I can´t breathe.
Wir leben in ´nem Land, wo Rassismus tief verankert ist.
Black Panther sowie Hitlerjugend.
Life ´s a racist.
Ich selber bin davon betroffen,

werd´ auf Englisch angesprochen,

ich krieg ein paar schiefe Blicke ab

und werd´ von Beschimpfungen tief getroffen.
I can´t breathe, I can´t breathe.

Alafyah T.

 

Rassismus 

Rassismus, liebe Leute, ist ein böses Wort 

Und passiert leider an jedem Ort. 

In Österreich, Ungarn, Amerika und der Mongolei 

Und viele denken sich so überhaupt nichts dabei! 

 

Respekt gegenüber den anderen ist das A und O bei uns Menschen.

Wenn wir gemeinsam leben oder nur einen Blick auf uns erhaschen,

Dann sollte man ganz dringend das bedenken: 

Artikel Zwei der Menschrechte sagt klar: 

Verbot der Diskriminierung! –

Setzt es doch einfach um, verdammt, ist ja wahr! 

 

Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz sind gar nicht toll,

Da nehmen sich viele den Mund oft zu voll! 

Wer welche Hautfarbe hat, ist ja nicht wichtig –

Vielmehr ist, einen guten Charakter zu haben, richtig! 

Auch die Religion soll jeder haben, wie er will. 

Respektiert einfach die anderen, vergesst das nie –

Und Ihr Rassisten, wenn Ihr’s nicht anders versteht: Seid einfach still! 

F.G.

 

Ich kann es nicht wissen

Ich kann es nicht wissen, ich kann es nicht wissen,

wie es ist, rassistisch beleidigt und diskriminiert zu werden,

 denn ich bin weiß, männlich und blauäugig.

Und alle weißen Menschen, die meinen, sie wissen, wie es sich anfühlt,

 die lügen.

Es ist eine verdammte Lüge.

Oft fühle ich Ohnmacht in mir,

doch ich kann meine Ohnmacht zu Wut werden lassen und dafür sorgen,

dass Ereignisse und Geschehnisse wie Hanau nie wieder passieren.

Rassismus ist in unserer Gesellschaft tief verankert und wir sind ALLE in einer gewissen Weise rassistisch.

Mir geht es in diesem Slam nicht nur darum, den offenen Rassismus, der auf der Straße passiert oder geschieht, zu thematisieren, sondern auch den versteckten Rassismus.

Wenn jemand Neger sagt, schreit die ganze Welt auf – wenn eine Person mit dunkler Haut für schwere Arbeit so wenig bezahlt bekommt, sodass es nicht ausreicht, die Kinder zu ernähren, oder wenn sie nicht einkaufen kann, weil sie verdächtigt wird, etwas zu stehlen, oder wenn wir automatisch denken, schwarze Menschen sind Drogendealer*innen, ist das ganz normal in unserer Gesellschaft. 

Auch von diesem Rassismus ist es wert zu reden! 

Und dagegen zu kämpfen! 

J.T.