Pixel für Pixel: Dem Pointilismus (digital) auf der Spur

Europa, Ende des 19. Jahrhunderts, im Post-Impressionismus: Auf den Spuren von Georges Seurat, Paul Signac & Co. – Pixel für Pixel

Ein digitales Projekt der 5C und 5D

Der Pointilismus – eine Kunstform, bei der Farben nicht als Flächen, sondern in mosaikartig aneinander gereihten Punkten und Strichen aufgetragen werden – faszinierte Maler*innen aus ganz Europa, die sich von neuen Erkenntnissen in der Farbenlehre inspirieren haben lassen und eine neue Maltechnik entwickelt haben. Durch das Auftragen der Farben, nicht wie üblich auf einer Palette gemischt, sondern einzeln auf der Malfläche, werden Farben additiv gemischt, was dazu führt, dass sich der Gesamt-Farbeindruck einer Fläche erst im Auge der betrachtenden Person und aus einer gewissen Entfernung ergibt. Dadurch entsteht ein charakteristisches und einzigartiges Erscheinungsbild der Kunstwerke.

Die Frage, die wir uns gemeinsam im Informatik-Unterricht stellten: Können wir nicht ein Programm entwickeln, welches ein x-beliebiges Bild “pointilisiert” und schaffen wir es, dem Computer beizubringen zu ‘malen’ wie Paul Signac seinerzeit?

Im Rahmen des WKO-Coding Day nahmen sich die Schüler*innen der 5C und 5D dieser Herausforderung an. Mit der visuellen Blockprogrammiersprache SNAP!, die auch in der Lehre an der Universität Berkely, Kalifornien, USA, verwendet wird (siehe: The Beauty and Joy of Computing), gelang es, mit nur wenigen Programmierbefehlen, den Stil nachzuahmen. Die Resultate der Lernenden können sich dabei durchaus sehen lassen:

Effizienz stand für diesen Schüler an der Tagesordnung. Er erkannte, dass sein Bild schneller ‘gezeichnet’ wird, wenn er mehrere Pinsel verwendet. Die Pinsel wurden dann unterschiedlich konfiguriert. Ein Pinsel blieb bei den klassischen Punkten, ein anderer verwendete Striche, der dritte variierte die Größe der Punkte.

Auch das Experimentieren mit Farb(wert)en führte zu kreativen Outcomes. Ein Schüler färbte damit seine Katze neu ein.

Im Zeitalter der Digitalisierung helfen Computerwissenschaften, Probleme zu lösen, Sachverhalte zu erklären, Prozesse zu vereinfachen u.v.m. Dieser Ausgangsgedanke bildete auch bei der Teilnahme am Coding Day der WKO die Basis für den Coding Prozess. Wir bedanken uns bei SAP und SAP Next-Gen, die uns diesen kreativen Aspekt der Datenverarbeitung gezeigt und ermöglicht haben, und bei der Wirtschaftskammer Österreich für das Angebot und die Teilnahmezertifikate. 

Punkte? Viel zu einfach. Warum nicht gleich ein Bild mit Worten zeichnen? Die Schülerin entschied sich für das Wort “Platypus” und kreierte damit einen ganz einzigartigen Look für ihr Schnabeltier.

Warum nur einen Pinsel programmieren? Auch Befehle, die das Ausgangsbild betreffen, haben Einfluss auf das Ergebnis. So wie in diesem Beispiel, bei dem eine Schülerin das Bild, während der Ausführung des Programms, rotieren ließ.